was tut man nicht Alles, wenn die Herzallerliebste einen darum bittet ;)

Stand: 26.01.2020

Etwas, was schon länger im Kopf herumgeistert wurde von mir realisiert. Auf Drängen meiner Frau, dass nicht mehr soviel Wein im Haus stehen soll, da dieser zum Trinken verleite, soll ich doch lieber Bier brauen, denn Bier mag sie nicht ... Juhuuuu. Das war im Sommer 2019.

Also habe ich mich in den Weiten des Internets und mit Gersprächen eines anderen Heimbierbrauers kundig gemacht, dazugehörige Dinge gekauft, gebastelt, ....

Gut, die ersten beiden Sude sind trinkbar, aber nicht das erhoffte Ziel. Der dritte und vierte Sud werden schon besser sein, aber noch nicht die erhoffte Ziellienie erreichen.

Seit gut einem Jahr braue ich mein Bier selber. Mein Ziel: 3 bis 4 Braurezepte entwickeln, mit denen mir jeweils das Bier immer gelingt / schmeckt und nur noch die Hopfenmenge entsprechend der Alpha-Säuregehalte des Hopfens bei jedem Sud neu angepasst werden muss. Die Schwierigkeit ist nicht, sich im Internet ein Rezept zu suchen und es nach zu brauen, sondern die Sachen herauszufinden, die nicht konkret/oder gar nicht im Rezept beschrieben sind. Aber auch Dinge, die bei jedem anders sind, wie z.B. Ausrüstung, Arbeitsweise, Wasserqualität.

Ein Rezept ist fast so weit, dass es aus meiner Sicht nicht mehr verändert werden muss. Warum fast – naja, nichts ist beständiger als die Veränderung. Dies ist bei mir erkennbar am doch größer gewordenen Umfang des Equipments, der stetigen Anpassung der Arbeitsweise, da sich ständig die Braukenntnisse erweitern (Erfahrung).

Ich werde versuchen auch die Dinge zu beschreiben, die man nicht ohne Weiteres aus dem Internet erfährt.

Am Anfang stand meine Entscheidung, dass alle erforderlichen Informationen zum Brauen aus dem Internet eruiert werden. Und dies tat ich … im Nachhinein eingeschätzt habe ich in Summe 3 Wochen Informationen und Rezepte gesammelt. Daraufhin habe ich in Summe ca. 2 bis 3 Wochen gebraucht, in Excel eine Sudberechnungstabelle zu erstellen, inkl. erforderlicher Berechnungsrecherchen. Einige werden sich Fragen, es gibt doch fertige Berechnungstools, warum so ein Aufwand. Nun, zum Aussteuern der Brauergebnisse sollte man auch theoretisch auf ein ausreichend großes Hintergrundwissen zurückgreifen können. Dieses Wissen in Formeln darstellen zu können zeigt, ob man es wirklich verstanden hat. Außerdem waren mir die zur Verfügung stehenden Berechnungstools aus dem oder im Internet in gewissen Dingen nicht ausreichend oder zu ungenau. Außerdem sollte meine Arbeitsweise mit dem Berechnungstool übereinstimmen. Festzustellen ist, dass die im Internet zu findenden Tools mich sehr inspiriert haben und für über 90% der Heimbrauer wohl mehr als ausreichend sind.

Des Weiteren beschloss ich, dass eine Wasseraufbereitung nicht erfolgen wird und die von mir zu entwickelnden Braurezepte dem mir zur Verfügung stehenden Leitungswasser angepasst sein müssen und aufgrund der bei mir vorhandenen örtlichen Randbedingungen nur der öbergärigen Brauart entsprechen können. Damit sind wir bei Altbier, Ales, Weizenbiere, Kölsch (war früher der Versuch, ein Bier Pilsner Brauart obergärig herzustellen), Münchener Biere ...

Übrigens, das aus meiner Sicht bisher am Besten erzeugte kommerzielle Pilsner ist das Dithmarscher Urtyp - ein perfekt runder Geschmack, süffig.

Dem Trend zum Hopfenstopfen werde ich aus derzeitiger Sicht nicht folgen, da mir die Gefahr des Verderbens des Jungbieres zu groß ist.

Ebenfalls bin ich den in den meisten Bieren vorhandenen Zitrusfruchtaromen (aus dem Hopfen) nicht so zugetan, so dass ich vorwiegend Hopfen mit Beerenaromen einsetzen werde.

Die Biere sollten auch nicht zu hochprozentig werden, d.h. es sind also möglichst niedrig vergärende Hefen zu verwenden.

Einiges an Geräten habe ich mir selbst gebaut. Anleitungen hierzu gibt es genügend im Internet. Falls aber jemand wissen möchte, wie ich etwas gebaut habe bzw. wie ich etwas verwende, kann mich ja per E-Mail anfragen.

Mein Brauverfahren ist "highgravity", d.h. der Sud wird zum Schluss auf die gewünschte Stammwürze mit Wasser verdünnt. Dabei muss man aufpassen, da ja die Hopfengaben auf die gewünschte Biermenge in Relation zur Stammwürze stehen. Aus meiner derzeitigen Sicht sind max. ca. 5% Abweichungen als Heimbrauer vertretbar (bedeutet bei einer Zielbiermenge von 20 Litern können es auch 19 oder 21 Liter werden), auch wenn damit das gewünschte Ergebnis der Bierqualität nicht erreicht wird.

Stand: 29.03.2020:

Mittlerweile passen meine Excel-Tabellen/Berechnungen zu meiner Arbeitsweise und Equipment. Bis auf die Farbe, die ich nicht wirklich kontrollieren kann, stimmen alle Werte, die ich mit Litermaßen und Refraktometer ermitteln kann, bis auf 1 Nachkommastelle genau ...

Und die Verwendung von Sauermalz ist bei mir jetzt immer angesagt, da es die Enzymarbeit optimiert und damit die Ausbeute erhöht.

Ich werde jetzt mein Brauprotokoll vom Hefeweizen hochladen (das Grundrezept habe ich aus MaischeMalzundMehr) - und schon beim Abbfüllen dachte ich, ich falle in Banannenmuß ==> ein sehr intensiver Bananenduft. Da es ein Bananenweizen werden sollte, hoffen wir Mal, dass etwas von diesem Aroma im Bier erhalten bleibt.

 

05.09.2020

Juhu... endlich ist es nicht mehr so warm, d.h. in einer Woche wird ein neues Bier gebraut.

Ein kupferfarbendes, helles Altbier mit 24 EBC sowie 12,6°P, 25 IBU. Nach diesem Brautag werde ich den ersten Teil des Brauprotokolls hier einstellen.

Und ich habe mit meinem bisherigen Ansatz gebrochen und werde bei diesem Sud das Brauwasser aufbereiten....

==> Stand 18.09.2020

Was Alles so passieren kann! Aber erstmal von vorn berichten:

Nach Rezept gebraut und oh Wunder, die Ausbeute war diesmal schlechter als sonst. Ok, weiter gemacht, die Verdünnung gerechnet, schnell abgemessen und eingeleitet - gemessen und "Mist", war zuviel Wasser, nur noch 11,3 Brix - egal, wird eben ein Schankbier. Aber zukünftig werde ich in 2 Stufen verdünnen, um die Zielstammwürze sicher zu erreichen. Entweder mit dem Liter-Maß verzählt und/oder beim Ablesen des Brix-Wertes vertan; müßig seine Zeit zu verschwenden.

Übrigens: Der Einsatz von Reishülsen lohnt sich - das Läutern klappt super und ist schneller.

Das Brauprotokoll werde ich erst am nächsten Wochenende hochladen, da ich erst am Sonntagnachmittag Abfüllen werde und quasi erst dann alle Daten zum eintragen vorliegen.

 

Stand 18.10.2020

Es ist schon erstaunlich ... man wird nie fertig ;)

Mittlerweile ist mir meine Excel-Tabelle zu unübersichtlich... und es kommt, was kommen muss - es wurde meinerseits eine neue Excel-Datei geschrieben, natürlich auf Basis meiner alten Version unter Nutzung der im www verfügbaren Excel-Vorlagen ...

Die letzten beiden Brauprotokolle gibt es erst am nächsten Wochenende und die alten Brauprotokolle werde ich wohl hier runter löschen.

Wenn jemand meine Excel-Datei haben möchte, dann bitte melden.

 

 
 
 
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